Word Dokument: Stadtverwaltung beantwortet Fragenkatalog
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Sehr geehrte Mitglieder des Jugendhilfeausschusses,
mit diesem Handout möchten wir Ihnen – ergänzend zu den bereits kommunizierten inhaltlichen und pädagogischen Bedenken – noch einmal unsere Bedenken hinsichtlich der kalkulatorischen und plan-erischen Grundlagen des vorliegenden “Konzepts” der Stadt stich-punktartig aufzeigen:
- Auf der öffentlichen Bezirksbeiratssitzung am Montag, 12.07.2010, konten die kalkulierten Kosten für das Konzept unter Einbindung der Familie Wespin-Stfitung trotz mehrfacher Nachfrage nicht transparent gemacht werden! Vielmehr entstand der Eindruck, dass alternative Lösungsansätze nicht mit der notwendigen Sorgfalt evaluiert und geprüft wurden.
- Die von der Stadt beworbenen Kosteneinsparungen von rund 1.000.000 EUR konnten nicht nachvollziehbar dargestellt werden.
- auch sind die zu Grunde gelegten Prognosen bezüglich der Stadtentwicklung für Wallstadt-Nord, die ja die Grundlage der Badarfsplanung legen und somit hochrelevant für das vorliegende Konzept sind, nicht mit der ent- sprechenden Sorgfalt durchgeführt worden: Die Stadt präsentierte in der Sitzung fallende Bedarfszahlen für die nächsten 5 Jahre ohne mit den derzeitig entstehenden Wohneinheiten zu planen. Nach Auskunft der Firma Tröndle werden in Wall- stadt-Nord bis 2013 insgesamt weitere 115 Wohneinheiten für Familien verfügbar!
- Keine „zukunftsgerichtete Investition“: Laut eigener Aussage der Stadt ist die Schaffung von Ganztagesschulen das erklärte Ziel; sobald dieses Ziel erreicht ist, sollen die (städtischen) Horte wieder geschlossen werden. Der augenblicklich favorisierte Ansatz konterkariert dieses Ziel. Wollte man dieses Ziel erreichen, müsste man statt dessen in einen Schul-Anbau investieren, da nur dadurch Nachhaltigkeit erreicht werden kann.
Wir hoffen auf eine angemessene Berücksichtigung dieses grundlegenden Klärungsbedarfs.
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Wir sind für den Erhalt des Städtischen Kinderhauses Wallstadt.
Es leuchtet uns nicht ein, weshalb ein gut funktionierendes Kinderhaus, das eine qualitativ hochwertige Arbeit leistet und große Zufriedenheit bei Eltern und Kindern hervorruft, geschlossen werden soll.
Wir befürchten
- ein verändertes Konzept
- geänderte Öffnungszeiten
- unzureichende Urlaubsbetreuung
- höhere Kosten
- mit dem Schulhort nicht koordinierte Schließungszeiten
- schwierige Übergänge für die Kinder aufgrund baulicher Maßnahmen, neuer Konzeptionen und neuer Erzieherinnen
- eine nicht zu verhindernde Fluktuation von Erzieherinnen im Kinderhaus im Jahr bis zur Schließung
Wir sind dafür, dass unsere Kinder von den ihnen bekannten Erzieherinnen weiterbetreut werden.
Wir befürchten, dass die wenigsten Erzieherinnen ihren sicheren, großen Arbeitgeber (Stadt) verlassen werden.
Wir sind für den Neubau eines ausreichend großen Schulhortes, der den tatsächlichen Betreuungsbedarf, auch im Hinblick auf die demographische Entwicklung, abdeckt.
Wir befürchten, dass die angestrebte Hortlösung ein Provisorium darstellt, das einen zweiten Hortstandort in Form von Containern notwendig macht, da die derzeit bestehenden 82 Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze in Zukunft von 111 Hortkindern belegt werden sollen und außerdem eine weitere Zunahme des Bedarfs an Hortplätzen zu er- warten ist
Wir sind dafür, dass die Qualitätsstandards, die der FB 51.6 etabliert hat, in allen Betreuungsstufen erhalten bleiben.
Wir sind für einen realen und bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung in Wallstadt.
Unser Infoblatt können Sie mit einem Klick auf das Bild laden:
Konkrete Antworten auf unsere Fragen (siehe Fragenkatalog ), die wir an Frau Warminski-Leitheußer, Frau Wagner, Frau Götz und Frau Maaßen-Rux geschickt haben, blieben bisher aus.
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Beschlussvorlage:
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Infografik:
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Website der Wespinstiftung:
Wespinstift




Vor noch nicht allzu langer Zeit (2006) war schon einmal die Politik gefordert, sich für das Kinderhaus einzusetzen – damals mit Erfolg:
http://www.lothar-mark.de/_pdfupload/hortplatzvergabekinderhausmannheimwallstadt09062006.pdf
Siehe http://webkosima.mannheim.de/webkosima_vorlagen/441_2000.pdf :
“Grundsätzlich sollen beim Neubau städt. Kinderhäuser Jugendtreffs integriert werden, wenn im Umfeld, insbesondere in Neubaugebieten, entspr. Einrichtungen fehlen. Diese sollen einem Flächenumfang von 200 – 250 qm entsprechen, wie dies in der Jugendhilfe-Ausschuss-Sitzung am 16.09.1999 diskutiert und festgelegt wurde.”
Nun, in Wallstadt ist der Bedarf für einen Jugendtreffe bereits lange vor dem Erstellungsdatum dieses Schreibens (11.08.2010) aktenkundig und es handelt sich definitiv um ein Neubaugebiet. Leider geht der Text dann aber noch weiter …
“Im Maßnahmekatalog des Dritten Sonderprogrammes ist der 4-gruppige Kinderhaus-Neubau Wallstadt-Nord (2 Kindergarten-, 1 Krippen-, 1 Hortgruppe einschl. einem kleinen Jugendraum) mit 3,3 Mio. DM ausgewiesen. Ein Jugendtreff in den Ausmaßen von 200 – 250 qm sowie die zusätzlichen Erfordernisse (Personenaufzug, zweiter Treppen-Fluchtweg) überfordern ganz erheblich diesen Finanzrahmen. Daher verzichtet die Verwaltung auch hier zunächst auf die Einrichtung eines Jugendtreffs in der Erwartung, dass dann die 3,3 Mio. DM zur Realisierung des Kinderhauses ausreichen und dass zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Belegungszahlen rückläufig werden, die Einrichtung eines Jugendtreffs möglich wird.”
Und weiter:
“Ein Bürgerhaus könnte nach Auffassung der Verwaltung zu gegebener Zeit ebenso an anderer Stelle im Stadtteil realisiert werden. Hintergrund für diese Überlegung ist auch, dass das ausgewiesene Grundstück im Neubaugebiet mit ca. 1.900 qm für eine kombinierte Bebauung mit Kinderhaus, Jugendtreff und Bürgerhaus zu knapp bemessen ist. Die Verwaltung bemüht sich derzeit um einen alternativen Standort für ein Bürgerhaus und wird hierzu zu gegebener Zeit berichten.”
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob der Wespin-Stift-Neubau vielleicht eines Tages in dieses Bürgerhaus oder den Jugendtreff konvertiert werden soll …? Und natürlich auch, wieviel dieser Neubau kostet und welche Anteile davon die Stadt trägt – zusätzlich zu den Umbaukosten des Noch-Kinderhauses (und zusätzlich zu den bereits bezahlten Umbaukosten der “Krone” in den Noch-Schulhort; ohne sich eine längerfristige Mietnutzung vertraglich zu sichern).
Mal sehen, was Google sonst noch Wissenswertes zutage fördert …